Zum Fotografiestudium kommt Thomas Pflaum Ende der 1970er Jahre ins Ruhrgebiet, zu einer Zeit, in der die Schlote noch rauchen, die Seilscheiben sich noch drehen und die auf den Straßen parkierten Autos bereits nach kurzem von einer Rußschicht überzogen sind. Fotografiert hat er von all dem: Nichts!
Erst eine Portraitstudie über Karl Ganser, den Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung Emscher Park in den 1990er Jahren, weckt sein Interesse an der Region.
So beobachtet er seit 1993 das Ruhrgebiet am Ende der Kohle-Stahl-Zeit. Von der Internationalen Bauausstellung Emscher Park im Jahr 1999 über das Kulturhauptstadtjahr, als der Kohlenpott die Europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 gewesen ist, bis heute, fotografiert er die Selbstinszenierung des Ruhrgebietes im Strukturwandel.
Auftragsarbeiten, entstanden für Magazine wie Daheim in Deutschland, FOCUS, GEO, Merian, Spiegel oder für Unternehmen, werden kombiniert mit freien Werken.
Mit der Schließung der letzten Steinkohlenzeche in Deutschland im Dezember 2018 endet auch das fotografische Projekt.
Die Arbeit "Leben ohne Kohle" wird gefördert durch das Kulturwerk der VG Bild-Kunst und wurde 2018 vom Forum Geschichtskultur Ruhr ausgezeichnet.