Das Ruhrgebiet fördert keine Kohle mehr.
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Von der Internationalen Bauausstellung Emscher Park im Jahr 1999 über das Kulturhauptstadtjahr, als es die Europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 gewesen ist, bis heute, übt sich das Ruhrgebiet in Strukturwandel, der mit der Schließung der letzten Zeche endgültig vollzogen ist.
 
Die Party ist vorbei! Das, was den Menschen einmal Arbeit, Struktur, Halt und Orientierung gegeben hat, das, was die Region einst ausmachte, ihr eine solitäre Identität gegeben hat, ist nun endgültig Vergangenheit.
 
Es ist die große Zäsur. Die alte Arbeit ist weitestgehend gegangen und die Menschen folgen ihr - sie verlassen die geschundene und ausgebeutete Region. Bruckhausen, ein Stadtteil von Duisburg wird verkleinert, abgerissen, neuen Gegebenheiten angepasst. In Dortmund, der nach Milwaukee in den USA einst zweitgrössten Bierbraustadt der Welt, sank die  Einwohnerzahl von 657.804 im Jahr 1965 auf 585.535 im Jahr 2017.
 
Lange schon bereitet sich das Ruhrgebiet auf das „Leben ohne Kohle“ vor. Fulminante Feuerwerke wurden abgebrannt: Die Internationale Bauausstellung Emscher Park 1999, das Europäischen Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 - weiter geht‘s mit der EMSCHERKUNST und der alljährlichen Ruhrtriennale - Großkunst vom Feinsten.
 
Diese Projekte haben dem Ruhrgebiet viel gegeben - vor allem eine neue Sicht auf die Region: Das, was zuvor oller Dreck war, den es möglichst schnell wegzuräumen galt, beflügelt von dem Wunsch, daß es auch im Ruhrgebiet endlich so werde, wie es woanders bereits ist, wird seit her wertgeschätzt: Stellvertretend für so Vieles sei das Welterbe der Zeche & der Kokerei Zollverein, der Gasometer von Oberhausen oder der Landschaftspark Duisburg-Nord genannt.
 
Doch der Alltag ist zurück und das Finale hat begonnen: Die letzte Zeche ist Ende 2018 geschlossen - der letzte Akt im langen Niedergang der Montanindustrie.
 
Das Geschäft lohnt nicht mehr. Soeben hat der ThyssenKrupp-Konzern, die Wurzel des Unternehmens, seine über 200 Jahre alte Stahlsparte, an neue, indische (Mit-) Eigentümer verkauft. Stahl für die neuen Autobahnbrücken über den Rhein bei Duisburg und Leverkusen kommt bereits aus China. Er kostet weniger als der vor Ort, im Ruhrgebiet, hergestellte.
 
Und wie geht es weiter nach der Kohle? Wie sieht es aus, das „Leben ohne Kohle“? Und was kommt, wenn das Ruhrgebiet 2018 den Abschied von der Kohle würdevoll begangen hat?
 
Reichen aufgehübschte Orte, die sich vor allem an Touristen und die Freizeitgesellschaft adressieren für ein „Leben ohne Kohle“?
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